Initiative "Bürger Für Dilldorf"

 

A 44 / B 227n

(Letzte Überarbeitung: November 2014)

        Was in Dilldorf geschehen ist, ist einmalig im modernen Deutschland! Unser Alleinstellungsmerkmal: Eine autobahnähnlich ausgebaute Schnellstraße wurde mitten durch einen Ort, mitten durch ein Wohngebiet gebaut und dann auch noch zu einer Autobahn umgewidmet! Es ist die ehemalige B 227n und seit 2010 die Autobahn A 44; mitten durch Dilldorf und durch das Asbachtal. Wo sonst in Deutschland hätte das passieren können? Nur in Dilldorf!

      Wie konnte es eigentlich zu dieser Baumaßnahme kommen, die ein Erholungsgebiet zerstört, Dilldorf teilt und zusätzlichen Verkehr nach und durch Dilldorf und Kupferdreh bringt?

      Fast 30 Jahre ist es her, dass eine autobahnähnliche Trasse aus Richtung Velbert durch das Asbachtal in Richtung Essen geplant und später auch planfestgestellt wurde. Und wir Dilldorfer haben das alles verpennt (die Schreiberin dieser Zeilen bekennt sich ausdrücklich mitschuldig). "Umwelt" war damals ein unbekanntes Wort, dafür wollte jeder möglichst eine Autobahnauffahrt vor der eigenen Haustüre.

      Viele Jahre verschlief der Plan in irgendeiner Amtsschublade. Es war dann wohl die Wiedervereinigung mit der daraus folgenden drastischen Zunahme des West-Ost-Verkehrs, die den Schlummer beendete, dafür aber die weckte, die die Dilldorfer Autobahn schon als "die kommt doch nie" abgetan hatten. Zu spät.

      Im Laufe der letzten Jahre tauchten zwar immer wieder Alternativpläne auf, die die Rodberger Straße mit einbezogen und weitaus umweltverträglicher waren als die planfestgestellte Trasse, jedoch ist Umdenken keine deutsche Wesensart. So gelang es weder der SPD noch den Bürgern, dieses Vorhaben rückgängig zu machen. Auch die Tatsache, dass diese Trasse nach den heutigen Gesetzen nie und nimmer genehmigt worden wäre, konnte das nicht ändern.

      Sicher war die Rodberger Straße schon seit Jahren mit dem Verkehr - vor allem dem Schwerlastverkehr - heillos überfordert. Kein Wunder, dass es immer wieder zu Unfällen kam. Aber: dies alles hätte nicht sein müssen, wenn sich Anwohner, Politiker und Verwaltungsleute nicht dagegen gewehrt hätten, die Rodberger Straße sicher auszubauen. So blieb ein unhaltbarer Zustand erhalten, um den Bau einer neuen Straße zu erzwingen. So geht aber auch jeder Verletzte auf das Konto derer, die sich gegen den Ausbau wehrten; schlimmerweise dienten die Unfälle sogar als willkommene Argumentationshilfe für die B 227n!

Im Dezember 2005 wurde die B 227n, autobahnähnlich ausgebaut, für den Verkehr freigegeben. Dass sie nur 5 Jahre später zur Autobahn A 44 umgewidmet würde, hat sich damals kaum jemand vorstellen können.

Wie sieht die A 44 (vormals B 227n) jetzt aus?

      Sie schließt die Lücke zwischen der Autobahn nach Velbert (Krähenberger Kreuz) mit dem Anschluss an die A 44 und dem Ende der Schnellstraße aus Richtung Ruhrallee (im Bereich der ehemaligen Kaserne). In Höhe der Dilldorfschule entstand die sog. "Rampe", eine Abfahrt aus Richtung Velbert, die den Verkehr direkt auf die Nierenhofer Straße führt. Gegenwärtiges Autobahnende ist die Abfahrt "Heisingen" am Ende von Kupferdreh.

      Vor der ehemaligen Kaserne, dem neuen Wohngebiet "Dilldorfer Höhe", gibt es eine Auffahrt in Richtung Essen und eine Abfahrt aus Richtung Essen. Im Bereich der jetzigen Kreuzung Rodberger Straße / Dilldorfer Straße entstand ein Kreisverkehr, in den die Rodberger Straße, Dilldorfer Straße, Hammerstraße und "Dilldorfer Höhe" einlaufen. Von hier gelangen die Fahrzeuge über die neue Brücke der Dilldorfer Straße und über eine Schleife (das so genannte "Ohr") auf die A 44 / B 227n in Richtung Essen. Aus Richtung Essen führt eine Abfahrtsspur in den Kreisverkehr.

     Eine Auffahrt in Richtung Velbert fehlt; hier bleiben nur die übliche Strecke über die Rodberger Straße oder die Auffahrt an der Dilldorfer Kirche.

 

Für Fußgänger wurde eine Brücke über die B 227n, jetzt A 44, nach Dilldorf errichtet.

   Verschlimmert wurde alles noch dadurch, dass der Landesstraßenbaubetrieb (straßen.nrw) bei der Benennung der Autobahnaus- und auffahrten "gewürfelt" hat. So nannte man die Ausfahrt in Kupferdreh einfach "Überruhr", die in Dilldorf heißt ganz falsch "Kupferdreh" und die Abfahrt an der Dilldorfer Höhe, Hauptrichtung Werden, nannte man "Dilldorf". Verwirrung an allen 3 Enden, und zusätzlicher Suchverkehr auf Dilldorfs und Kupferdrehs Straßen!

  

Wem nützt die A 44, vormals B 227n, in Dilldorf und Kupferdreh?

     Dem von außen zufließenden Verkehr nützt sie natürlich gewaltig. Das ist immer so – wenn wir über die hohen Autobahnbrücken der Sauerlandlinie fahren, denken wir auch nicht über die zerstörten Täler darunter nach. Wir nutzen die Strecke einfach. Wenn es einen als Anwohner trifft, sieht es anders aus.  Wir kennen das, was vorher war – das Asbachtal im Landschaftsschutzgebiet, den Wald und die Wiesen, die verschwunden sind. Auch wir nutzen das neue Teilstück inzwischen ganz selbstverständlich – aber ein Gefühl der Trauer bleibt.

Aufatmen können die Bewohner der Dilldorfer Höhe, die durch den Kreisverkehr problemlos auf die angrenzenden Straßen kommen.  Dafür haben sie den Autobahnlärm. Ruhiger ist es vorerst auf der Rodberger Straße – aber natürlich haben die Motorradfahrer entdeckt, welche Rennstrecke sich da anbietet. Auf der oberen Dilldorfer Straße macht sich bemerkbar, dass die LKWs aus Richtung Velbert nun bis zur Nierenhofer Straße durchfahren müssen.

Also doch positiv? Nicht ganz!

 

Welche Nachteile bringt die A 44/B 227n für uns Dilldorfer?

     Die Autobahn durch das obere Asbachtal zerstört den gesamten Bereich, die Natur ist das eindeutige Opfer dieser Maßnahme. Für uns Dilldorfer und Kupferdreher ist ein wichtiges Naherholungsgebiet verloren.

      Mit mehr Lärm und Abgasen werden wir leben müssen. Und: in etlichen Teilen Dilldorfs hört man seit der Eröffnung der Schnellstraße / Autobahn ein beständiges Rauschen – Tag und Nacht. Es hängt auch von der jeweiligen Windrichtung ab, ob sich ganz Dilldorf zumindest zeitweise tatsächlich wie an der Autobahn fühlt.

      Bei einer früherenTrassenbegehung mit dem verantwortlichen Bauleiter wurde darauf hingewiesen, dass bei üblicher Wetterlage die Einfallschneise für Frischluft nach Kupferdreh von der neuen Straße gekreuzt wird. Was bedeutet: Abgase und Lärm werden direkt mit der Luftströmung nach Dilldorf und Kupferdreh transportiert - anstelle der Luft, die früher aus dem waldreichen Gebiet herüber wehte!

      Jede neue Straße zieht zusätzlichen Verkehr nach sich. Die Werdener haben sehnlichst auf die B 227n gewartet, weil sie sich eine Entlastung der B 224 erhoffen. MdL Kuhmichel hat genau damit Wahlwerbung in Werden gemacht und versprach den Werdenern das Abfließen mindestens eines Teils des Verkehrs nach Kupferdreh. Pressemeldungen zufolge erwartete man nach der Fertigstellung 40.000 Fahrzeuge pro Tag – 30.000 mehr als vor der Eröffnung. Und es wird noch mehr werden, wenn die Lücken der A 44 geschlossen sind.  Aber schon beim heutigen Verkehrsaufkommen ist am Ende der Wuppertaler Straße Schluss. Da die Ruhrallee nicht mehr Fahrzeuge aufnehmen kann, wird die  "Schnell-Straße" bzw. Autobahn dort zum Stau, der teilweise bis in den Kupferdreher Teil zurück reicht. Dies bringt viele Autofahrer dazu, Schleichwege durch Dilldorf, Kupferdreh, Heisingen und Überruhr zu suchen. Eine verständliche, aber keine erfreuliche Folge.

   Auch die Politiker mussten inzwischen einsehen, dass die vielen Bedenken gegen die neue Verkehrsverbindung keine Unkenrufe waren. Jetzt soll nach der Vorstellung von Straßen.NRW ein Tunnel unter der Ruhrallee her mit Weiterführung der A 44 bis Gladbeck - eine Transit-Autobahn mitten durch Dilldorf, Kupferdreh und Essen.
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